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Nalle Hukkataival klettert Burden of Dreams (Fb 9A)

Tuesday, April 4, 2017
Black Diamond Athlet Nalle Hukkataival gibt nicht gern auf. Sieben Jahre lang kehrte er immer wieder zum gleichen Boulder zurück, um eine unwahrscheinliche Abfolge von Zügen zu versuchen. Irgendwann passte alles zusammen, und das Ergebnis war der erste 9A-Boulder der Welt – Burden of Dreams. Dieses Film-Feature dokumentiert die Begehung, zeigt Nalles Innenperspektive und was es heißt, sich über das Mögliche hinaus zu pushen.
Video: Blue Kangoo, Words: Nalle Hukkataival, Image: Heikki Toivanen
Hier geht's zum Video.

Das Konzept des Scheiterns wird in der westlichen Kultur sehr einseitig gesehen. Wenn man rausgeht und eine Linie probiert und ohne Durchstieg zurückkommt, wird das als Versagen angesehen und nicht als einen Schritt in Richtung Erfolg.


Dabei ist das einzig wirkliche Scheitern, aufzugeben.

Keinen Erfolg zu haben ist ein wichtiger Teil des Weges. Erinnerungswürdig sind im Leben nicht die Dinge, die einem leicht fallen – egal wie beeindruckend sie sind – sondern die Dinge, mit denen man zu kämpfen hatte und die man am Ende aber doch bewältigt.

Wenn man die Grenzen verschieben will, wird der mentale Aspekt zur größten Herausforderung – sogar bei einer körperlichen Aktivität. In deinem tiefsten Inneren weißt du, dass noch niemand dies geschafft hat. Wenn etwas schon einmal gemacht wurde, weiß man, dass es geht. Aber wenn es um neue Grenzen geht, um unbekanntes Gelände, um Dinge jenseits der Vorstellung, dann gibt es keine Erfolgsgarantie.

Auf der persönlichen Ebene führt das Verschieben der Grenzen zu einem Kampf zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein. Du kannst es rational betrachten und dem Bewusstsein darlegen, dass du imstande sein solltest, es zu schaffen. Und du kannst ernsthaft überzeugt sein, dass du das Zeug dazu hast. Aber dein Unterbewusstsein könnte das anders sehen. Das Unterbewusstsein, das Instinkte und Überlebenswillen kontrolliert, muss es realistisch finden.

Albert Einstein hat einmal gesagt, dass die Definition von Wahnsinn sei, immer und immer wieder das Gleiche zu tun, aber ein anderes Ergebnis zu erwarten. Aber genau das tun wir Kletterer... wir versuchen es wieder und wieder.

Als ich angefangen habe, Burden of Dreams zu projektieren, da war es nicht mehr für mich als andere Projekte auch. Aber über die Zeit hatte ich so viel Energie hineingesteckt, dass es kein normales Projekt mehr für mich darstellte. Irgendeinen kleinen Felsblock zu beklettern konnte doch nicht an sich so wichtig sein. All der Aufwand, um einen kleinen Felsen hochzuklettern? Aber wenn du dein Herzblut in etwas gesteckt hast, wird es zu einer persönlichen Prüfung.

Die Leute denken, dass der Durchstieg der coolste Moment ist. So sehe ich das nicht. Es ist das letzte Puzzle-Teil, nachdem die meiste Arbeit getan ist.

Natürlich ist es aufregend, das letzte Teil einzufügen, aber ist es denn wichtiger als die anderen Teile? Für mich ist der wirklich fesselnde Moment, wenn du weißt, dass es geht, noch bevor es geklappt hat.

Bei Burden of Dreams ging es nicht um den Durchstieg. Es ging um den Weg dahin.

—Nalle Hukkataival


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