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Black Diamond-Athlet Seb Bouin: Erstbegehungen in der Türkei – „Episode 3: Lily‘s Eye“

Thursday, September 5, 2019
Black Diamond-Athlet Seb Bouin und seine Mom genießen den türkischen Lebensstil, während Seb eine futuristische Verlängerung einer der härtesten Routen des Klettergebiets einbohrt.
Video: Sam Bie

 


 

In der dritten Episode geht es um den türkischen Lebensstil, harte Projekte und das überlebenswichtige Tapen von Fingern.

Die Türkei ist ganz anders als Frankreich. Es war spannend, eine andere Kultur kennenzulernen und sich von dem Lebensstil hier anstecken zu lassen.

Datça befindet sich auf einer Halbinsel. In der Nähe des Klettergebiets gibt es einen Strand, und auch die Landschaft ist atemberaubend.
 
Die Leute sind extrem freundlich. Und das Essen – das Essen ist soo lecker! Eigentlich könnte man sich den ganzen Tag von Kebab, Fisch und Baklava ernähren! Es gibt großartige Märkte, wo du eine Menge Lebensmittel aus der Region findest: Gewürze, Obst und Gemüse, Oliven, Honig, Brot...

Die perfekte Mischung für eine Kletterreise!

Natürlich besuchten wir während unseres Aufenthaltes auch die klassischen Sektoren des Klettergebiets. Der Sektor Canbaba bietet qualitativ herausragende Routen an perfektem Sintergestein.

Hier versuchte ich mich an einem Projekt von Klemen Becan mit dem Namen „Out of Energy“. Dieser Name könnte auch das Ende unserer Reise beschreiben...

Das Projekt ist eine lange Route mit einer aus schweren Einzelzügen bestehenden Schlüsselstelle. Zunächst führt eine wunderschöne 8a+ zu dieser Boulderstelle. Die Schlüsselstelle ist wirklich anspruchsvoll. Du musst dich mit ein paar komischen Zügen in die richtige Position bringen, um auf eine gute Sintersäule springen zu können. Beim Dynamo dreht sich dein Körper und wenn du nicht die Kraft besitzt, die Bewegung mit der linken Hand aufzufangen, fliegst du einfach durch die Luft.

Ich habe mir eine Fingerverletzung zugezogen, weil ich zu viele Versuche in diese Sequenz versenkt habe.

An meinem letzten Tag habe ich noch eine Verlängerung für die Route eingebohrt, die ebenfalls sehr anspruchsvoll ist.

Ich muss nochmal hierher zurück.

Während dieser Reise waren Ruhetage ein nicht leistbarer Luxus. Wir wollten so viel Einbohren und Klettern, dass wir nur zwischen Klettertagen und Einbohren abgewechselt haben. Dennoch oder gerade deshalb spürten wir bald die Grenzen unserer Kräfte (Finger, Schulter, Rücken, Ellbogen). Ich versuchte, Verletzungen mithilfe von Tape vorzubeugen. Tapen war definitiv Teil dieser Reise.

Aber Klettern ist unsere Leidenschaft und wir waren extrem begeistert. Wir nutzten jeden Tag bis in die Dunkelheit und kletterten bis zur letzten Minute unserer Reise.
Und auch wenn wir uns bei der Abreise müde und ausgelaugt fühlten, so war es doch ein großartiges und unvergessliches Erlebnis.

Türkei, ich werde wiederkommen!

--Black Diamond-Athlet Seb Bouin


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