The Making Of: Der Black Diamond Hot Wire-Karabiner

Andrew McLean with the very first prototype of the HotWire carabiner.
Images: Andy Earl

 

„Viele Menschen können sich nur schwer von dem lösen, was sie kennen, und über den Tellerrand blicken.“

Diese Worte, gesprochen mit einem verschmitzten britischen Akzent, hingen in der Luft. Beim Essen im Salt Lake Citys Dragon Diner hält der agile, 56 Jahre alte Kletterer, der mir gegenüber sitzt, etwas zwischen den getapten Fingern, das Seeleute als „Schäkel“ bezeichnen.

Er inspiziert den Schäkel durch seine runde John Lennon-Brille und grinst.

„Wir dachten – hey, lass es uns einfach versuchen.“

Rückblende ins Jahr 1993.

Der sportliche Brite ist Mitte Dreißig und hat sich bereits einen Namen als einer der wagemutigsten Kletterer der Welt gemacht. Jonny Woodward (auch bekannt als „Woody“) hat den englischen Gritstone für die sonnigen Klettergebiete von Amerika aufgegeben und war dabei, dort ordentlich abzuräumen. Vom Yosemite Valley bis hin zur Wüste Utahs hatte Woodward bereits eine beeindruckende Liste an Erstbegehungen und echten Testpieces aufgestellt und der Nachwelt Perlen wie die 10-Seillängenroute Moonlight Buttress (5.12+) im Zion National Park hinterlassen.

Aber an diesem Tag, an einem Nachmittag während seiner Teilzeitbeschäftigung als Junior Designer bei Black Diamond, hatte Woodward eine Krux der anderen Art zu lösen.

Er spielte mit dem Schnapper eines Karabinerprototyps, den er von einem Mitarbeiter bekommen hatte – mit einer durch einen Schäkel inspirierten Vision. Woody dachte über die Kletterausrüstung der Zukunft nach und überlegte, was nötig sein würde, um den weltweit ersten Drahtschnapperkarabiner zu produzieren.

Leichtgängig muss er sein

Der Mitarbeiter mit der Vision war kein anderer als Andrew McLean. 1993 hatte McLean in der Skiszene bereits grosse Bekanntheit durch seine waghalsigen Abfahrten durch die steilsten Rinnen des Wasatch-Gebirgszugs erlangt. Durch die Kombination seines ausgezeichneten Kletterkönnens mit seinem Talent als Skifahrer definierte McLean das amerikanische Skifahren mit jeder Rinne neu. Er und Alex Lowe machten sich bereits vor Sonnenaufgang auf den Weg in die Berge und zogen dort ihre Lines, um anschliessend in die Arbeit zu fahren. Sie waren es, die den Begriff „Dawn Patrol“ prägten.

Aber, als Senior Designer für Black Diamond, leistete er einen möglicherweise noch nachhaltigeren Beitrag. McLean hatte bereits den Whippet entworfen – eine geniale Hybridlösung aus Eispickel und Skistock – der zu einem unverzichtbaren Ausrüstungsgegenstand für alle Steilhang-Skifahrer werden sollte. Und seine ersten Projekte für Black Diamond drehten sich um das Markenzeichen des Unternehmens – seine Karabiner.

„Als eines meiner ersten Projekte habe ich den Quicksilver überarbeitet, danach entwarf ich den Fin“, erzählt McLean.

McLean sitzt neben Jonny und geniesst ebenfalls das leckere Essen, während er sich an seine frühen Designprojekte erinnert. Er plaudert „aus dem Nähkästchen“ und erzählt uns Entstehungsgeschichten revolutionärer Kletterausrüstung.

„Kannst Du Dich an den Fin-Karabiner erinnern, den wir nur kurz auf dem Markt hatten?“, fragt er Jonny.

Jonny nickt, während er seine Wanton Suppe löffelt.

 „Das war ein warmgeschmiedeter Sportkletterkarabiner... aber viel zu gross.“

Die Schwächen des Fin motivierten McLean jedoch, einen leichteren Karabiner zu entwerfen. Er begann mit der Ideenfindung.

„Bevor ich bei Black Diamond anfing war ich Seemann, und auf diese Erfahrung konnte ich zurückgreifen“, erinnert er sich.

Jonny schaltet sich ein.

„Andrew sagte einfach: 'Sieh dir diese Segelkarabiner an. Als Schnapper haben Sie einfach ein Stück Draht. Sie sind einfacher, weiter und aus einem Stück gefertigt. Die Feder ist integriert und sie benötigen nicht diesen komplizierten Schnapper mit seiner maschinellen Bearbeitung, der Bohrung und dem ganzen Zusammenbau.“

Die Krux war, dass die Schnapper an den Schäkeln extrem steif waren. Sie würden einfach nicht den Anforderungen von Black Diamond an die Herstellung handlicher und leichtgängiger Schnapper entsprechen.

„Die Schnapper von Black Diamond waren schon immer etwas Besonderes“, sagt McLean. „Dafür waren die Karabiner von Black Diamond einfach bekannt. Ihre Verarbeitung war extrem hochwertig und sie lagen gut in der Hand. Wir mussten also mit dem damaligen Stand der Technik mithalten.“

Andrew begab sich in die Werkstatt und begann, Prototypen herzustellen.

Prototype Number One.

„Den ersten habe ich mit einer Bandsäge aus einem Aluminiumblock herausgeschnitten“, erzählt er.

Ich habe eine Zeichnung auf Papier angefertigt, das Papier auf den Aluminiumblock geklebt, das Werkstück ausgeschnitten und gefeilt. Anschliessend habe ich ein Stück Draht zu einem Schnapper gebogen.“

Hat das gut funktioniert?

„Oh nein“, sagt er.

Die richtige Form und Platzierung des Schnappers erwiesen sich als Knackpunkt. Die ersten Prototypen hatten Schnapper, die geöffnet stecken blieben oder sich nicht präzise schliessen liessen. Schliesslich wendete sich Andrew an den Briten, der scheinbar meist mehr mit Klettern oder Witze reissen als mit Arbeiten beschäftigt war.

Herr der Drahtschnapper

Hier kommt der Autodidakt und selbsternannte Junior Designer, Jonny Woodward aus Macclesfield, England, ins Spiel – ein Mann, der sich stets damit brüstet, nur sechs Jahre seines Lebens in Vollzeit gearbeitet zu haben, und der, bevor er im Dragon Diner vorbeigeschaut hat, direkt von einem mehrwöchigen Klettertrip in die Sierras zurückgekehrt war (daher noch das Klettertape an den Fingern).

„Mein Hintergrund sind ein Jahr Mathematik und Wissenschaften an der Universität. Und, so lange niemand quasi mit der Peitsche hinter mir stand, um mich zum Studieren zu bewegen, ging ich lieber klettern“, erzählt Jonny trocken.

Doch bei Black Diamond fand Jonny eine Möglichkeit, seine Leidenschaft, in der Werkstatt an Kletterausrüstung herumzubasteln, auszuleben. Und das gegen Bezahlung.

„Jonny ist verantwortlich für das Finetuning der Geometrie, das Zusammenspiel von Karabinerkörper und Schnapper, für die Bohrungen und die richtige Form der Drähte, sowie für das verwendete Material – um das leichtgängige Öffnen und Schliessen zu gewährleisten“, sagt McLean.

Jonny Woodward, still searching for new lines.
Image: Ben Ditto.

 

Jonny machte sich an die Arbeit. Ziel war Black Diamonds hoher Qualitätsanspruch an die Bedienfreundlichkeit. Wie konnte man erreichen, dass sich die Feder mit der richtigen Menge an Kraft auf dem gesamten Federweg gleichmässig um ihre Achse drehte.

„Wir mussten einen Draht mit dem richtigen Verhältnis von Durchmesser und Steifigkeit wählen“, erzählt Jonny. „Dann war es wichtig, die Löcher möglichst eng beieinander zu haben, um die Federkraft beim Öffnen und Schliessen nicht zu erhöhen.“

Nachdem sich der Schnapper beim Öffnen nicht um eine einzige Achse dreht, so Jonny, muss der Schnapper modular verformbar sein. Anders gesagt, ein „Bein“ des Schnappers wird leicht komprimiert während das andere leicht gedehnt wird.

„Genaue betrachtet bewegt sich der Schnapper beim Öffnen leicht seitwärts“, erläutert Jonny. „Je näher beieinander die beiden Löcher liegen, desto mehr ist es wie ein einzelner Drehpunkt, und desto weniger ändert sich, wenn Du den Schnapper betätigst.“

Trotz der wissenschaftlichen Natur von Jonnys Arbeit am Schnapper ging es am Ende um das Handling. Genauer gesagt, welches Handling sich Kletterer wünschen.

„Man muss einfach damit herumspielen, bis es sich gut anfühlt.“

Jonny belegt diesen Punkt, indem er den Schnapper eines modernen Hot Wire betätigt, den Andrew in das Lokal mitgebracht hat.

Klick, klick, klick.

Unterdessen beschäftigte sich Andrew damit, den Karabinerkörper zu perfektionieren. Durch den Einsatz modernster, computergestützter Modellierung sowie CNC (Computer Numerical Control) hatte er eine noch nie dagewesene Karabinerform entwickelt.

„Der Hot Wire war eines meiner ersten Ausrüstungsgegenstände, für den wir beim Prototyping-Prozess CNC-Maschinen eingesetzt haben“, erzählt Andrew. Hierbei wird ein Werkstück von einer computergesteuerten Maschine gefertigt.

„Mit CNC-Maschinen konnten wir Formen wie die des Hot Wire realisieren, mit Konturen im Körper und unregelmässigen Winkeln, anstelle der klassischen Rundungen eines ovalen Karabiners.“

„Der Körper war wunderschön – es war eine ganz neue, moderne Form“, pflichtet Jonny bei.

Und in Kombination mit Jonnys leichtgängigem Drahtschnapper war der Hot Wire bereit für die ersten Tests

Der Büroklammerkarabiner

Das Problem war, dass die Hot Wire-Prototypen, die Andrew und Jonny gefertigt hatten, derart „anders“ aussahen, dass die Kletterer sie gar nicht testen wollten.

„Das war echt interessant“, erinnert sich Jonny. „Als wir die ersten Karabiner dieser Art mit ihren schönen Körpern und funktionstüchtigen Drahtschnappern herausgaben, sahen sich die Leute die Teile mit dem deutlich geringeren Durchmesser der Schnapper an und nannten sie einfach Büroklammerkarabiner – und das, obwohl die Karabiner total sicher waren, weil wir sie zuvor natürlich einer Reihe von Tests unterzogen hatten.

Ein bekannter Kletterer namens Russ Clune, der damals neben seiner Leidenschaft, die Messlatte im Klettern immer höher zu legen, im Vertrieb von Black Diamond-Ausrüstung arbeitete, begann schliesslich, die Karabiner in der Praxis zu verwenden und riskierte sogar… Staunen … damit zu stürzen.

„Ich war also eines der Versuchskaninchen im Test“, erzählt Russ. „Ich glaube ich bin einfach häufiger als Woodward ins Seil geflogen, also war ich der bessere Crashtest-Dummy.“

Als Clune mit den futuristisch anmutenden Karabinern im Sportklettergebiet auftauchte, wurden die Leute natürlich aufmerksam.

„Die Karabiner waren anfangs wirklich Aufsehen erregend“, sagt er. „Sie wirkten einfach sehr windig. Ich gebe zu, als ich sie zum ersten Mal in Kingston (ein Gebiet mit vielen harten Routen) dabei hatte, verwendete ich die Prototypen erst ab dem vierten oder fünften Haken in einer Route, einfach nur um sicherzugehen. Aber es gab nie ein Problem. Und wenn man es sich genauer überlegte, gab es eine Menge Vorteile – weniger Gewicht, mehr Spielraum zum Einhängen und so weiter.“

Dank der Erfahrungen von Russ am Fels gewann der Büroklammerkarabiner immer mehr an Boden.

Leichter. Stärker. Sicherer.

„Wenn man nicht grundlos ängstlich war, gab es keinen Zweifel. Der Karabiner war leichter. Er war stärker. Und er war sicherer“, fügt Jonny hinzu.

Der Hot Wire war nicht nur beträchtlich leichter als alle anderen Karabiner auf dem Markt, er war auch stärker. Aber sicherer?

„Eine Sache, die sich beim Einsatz des Drahtschnappers herausstellte, war, dass sie sich aufgrund ihrer geringeren Masseträgheit beim Anschlagen an den Fels weniger leicht öffneten. Wenn Du einen herkömmlichen Karabiner nimmst und auf den Tisch schlägst...“

Jonny demonstriert dies mit einem Karabiner und sorgte natürlich für Aufsehen im Lokal.

Klack, klack, klack!

„Du kannst hören, wie sich der normale Schnapper öffnet und schliesst.“

Dieses Phänomen ist auch als „Gate Flutter“ oder „Gate Whiplash“ bekannt. Mit dem Boom des Sportkletterns in den frühen 90iger Jahren begannen Kletterer, mehr Stürze zu riskieren. Und gelegentlich, unter extrem ungünstigen Umständen, wurden Karabiner bei einem Sturz genau in dem Moment belastet, als der Schnapper offen stand. Da die Stärke eines Karabiners mit geöffnetem Schnapper abnimmt, können diese Karabinerkörper brechen.

„Es wurden gebrochene Karabinerkörper an uns zurückgesendet“, erzählt Jonny. „Bei genauerer Betrachtung stellten wir fest, dass sie gebrochen sein mussten, als der Schnapper offen stand.“

Er erklärt das Phänomen näher:

„Es kann vorkommen, dass jemand stürzt, dabei der ganze Karabiner in eine Richtung geschleudert wird und plötzlich stoppt. Der Schnapper kann jedoch durch seine Masseträgheit und das Momentum an seinem Scharnier einfach weitergedreht werden. Wenn der Karabiner in genau dem Moment belastet wird, in dem der Schnapper leicht geöffnet ist, und die Bruchlast bei geöffnetem Schnapper sehr gering ist, kann er brechen.“

Andrew erwähnt, dass die Black Diamond Light D- sowie die inzwischen aus dem Programm genommenen Quicksilver-Karabiner relativ geringe Bruchlasten (7kN) bei geöffnetem Schnapper und gleichzeitig schwere, dicke Schnapper besassen.

Aber wie konnten sie die Tatsache, dass die neuen Hot Wire-Prototypen weniger anfällig für dieses Phänomen waren, beweisen und kommunizieren?

Wie üblich hatten Andrew und Jonny eine Idee.

McLean, back where it all started.

„Es gab dieses Hochgeschwindigkeits-Fotolabor in der Stadt, und so beschlossen wir, einen der neuen Karabiner und den damals aktuellen Light D dorthin mitzunehmen“, erzählt Jonny. „Der Aufbau war relativ primitiv. Wir befestigten die Karabiner an einem ca. 45 cm langen Stab, den wir drehen, fallen und auf den Tisch schlagen liessen, sodass er zum Liegen kam. Die Fotos wurden vom Aufprall auf den Tisch gemacht.“

„Wir hatten 500 Bilder pro Sekunde, 50 Bilder pro Aufnahme, was also etwa einer Zehntelsekunde entspricht“, fügt Andrew hinzu.

Die fertigen Bilder bestätigten die Annahme der Männer.

„Es war wirklich unglaublich, denn nun konntest Du beobachten, wie sich der Schnapper des Light D in nur einer Zehntelsekunde bis zum Karabinerkörper öffnete“, sagt Jonny.

Und der Hot Wire?

„Der Drahtschnapper öffnete und schloss sich in der halben Zeit“, sagt er. „Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht, wie gering die Gefahr eines Karabinerbruchs aufgrund eines geöffneten Schappers beim Hot Wire war.“

OK, damit war also der Aspekt der höheren Sicherheit bewiesen. Wie sieht es mit der Langlebigkeit aus? Immerhin sahen die Karabiner, wie es auch Clune bereits zugegeben hatte, eher windig aus.

Um die zyklische Festigkeit des Drahtschnappers zu testen, heckten Jonny und Andrew einen weiteren Plan aus.

„Wir hatten diese kleine Maschine, die den Schnapper 10 Mal pro Sekunde öffnen und schliessen würde. Zunächst mussten wir jedoch herausfinden, wie ein realistischer Lebenszyklus eines Karabiners aussieht.“

So haben wir das berechnet.

Wenn Du einen Karabiner an einer Materialschlinge aufbewahrst und ihn von der Schlinge nimmst, ist das 1 Öffnen-/Schliessen-Zyklus, beim Einhängen an Deinen Klettergurt sind das 2, beim Aushängen vom Klettergurt 3, beim Einhängen in den Haken 4, beim Aushängen aus dem Haken 5, wieder Einhängen an Deinen Klettergurt 6, beim Aushängen von Deinem Klettergurt 7 und wieder verstauen an Deiner Materialschlinge 8.

„Wir sind davon ausgegangen, dass der Karabiner für jede Seillänge acht Mal geöffnet wird. Also haben wir 10 berechnet, um sicher zu sein“, sagt Jonny. „Und jemand der viel klettert, klettert an 5 Tagen pro Woche. 5 Mal in 50 Wochen ergeben 250 Tage pro Jahr. Bei 10 Seillängen ergibt das 2500 x 10 Zyklen pro Seillänge pro Jahr. Und 25.000 x 20 Jahre ergeben 500.000 Zyklen.

Die Schnapper der Hot Wires wurden also in der Maschine 500.000 Mal geöffnet und geschlossen.

„Sie haben bestanden“, sagt Andrew stolz.

Auch Sachen Langlebigkeit waren die Hot Wires top.

Black Diamond’s Winter ’95 catalog that launched the HotWire,
calling it a “truly radical departure.”

 

Markteinführung des weltweit ersten Kletterkarabiners mit Drahtschnapper

Andrew und Jonny hatten nun alle Daten, die sie benötigten. Alle Labortests waren erledigt und Leute wie Clune hatten die Karabiner in der Praxis getestet. Es galt jedoch auch noch einige interne Hürden zu überwinden.

Das Ansehen von Black Diamond stand auf dem Spiel.

„Für einige Leute sahen die neuen Karabiner zu radikal anders aus“, erzählt Jonny.

„Und als es darum ging, an eine unbekannte Grösse zu glauben, zögerte ein Teil des Unternehmens.“

Andrew erinnert sich, dass vor allem Peter Metcalf, Gründer und damals Vorsitzender von Black Diamond, schwer zu überzeugen war.

„Die projizierten Verkaufszahlen waren sehr klein“, sagt Jonny. „Es war natürlich verständlich. Wir würden dieses neue, bizarre Konzept einfach auf gut Glück auf den Kletterausrüstungsmarkt werfen. Aber innerhalb weniger Monate wurde klar, dass es ein Verkaufsschlager werden würde.“

Mit seiner Markteinführung breitete sich der Hot Wire wie ein Buschfeuer aus.

Warum verkaufte er sich so gut?

Es war schlichtweg die Tatsache, dass Kletterer, die wilden Typen, die nur Klettern im Kopf hatten, den Hot Wire einfach super fanden.

„Dass sich die Kletterer überzeugen liessen, das war der Grund“, erklärt Andrews. „Bigwall-Kletterer sahen, wie viel Gewicht sie an ihrem Rack sparen konnten, Alpinkletterer fanden klasse, dass die Schnapper nicht so leicht vereisten, und Sportkletterer mochten das leichtgängige Handling.“

Jonny und Andrew waren begeistert. In nur 18 Monaten waren sie von einer Idee auf dem Zeichenbrett zum fertigen Hot Wire gereist, den sie 1995 auf dem Markt einführten. Sie hatten gemeinsam einen der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände neu definiert und den weltweit ersten Drahtschnapperkarabiner entwickelt.

„Andrew und ich waren stolz, dass wir in der Geschichte der Kletterausrüstung eine Spur hinterlassen konnten“, erinnert sich Jonny.

Auf die Frage, ob er beim Klettern mit Drahtschnapperkarabinern an den Einfluss denkt, den die beiden auf die Klettergemeinschaft genommen hatten, wirkt Jonny gerührt.

„Ich bin froh, dass ich zu einem Zeitpunkt in der Evolution des Kletterns gelebt habe, an dem eine einfache Idee wie diese einen so grundlegenden Einfluss auf die Art und Weise hatte, wie die Kletterausrüstung der Zukunft aussehen würde“, sagt er.

Und auch wenn er hinzufügt, dass dies heutzutage beträchtlich schwieriger ist, ist er immer noch der Meinung, dass nur die Perspektive eines Kletterers eine Innovation wie den Hot Wire ermöglichen kann.

„Das wichtigste, das Black Diamond erkannt hat, ist, an ein Konzept aus der Sicht eines Kletterers heranzugehen und es so weit wie möglich zu perfektionieren.“

--BD Content Manager Chris Parker