BLACK DIAMOND PRÄSENTIERT: DER GRÜNDER

Ein Film über das Leben von Peter Metcalf und die Entstehung von BD.

Die Geschichte des Kletterns ist untrennbar mit der Geschichte von Black Diamond verbunden. Und die Geschichte von Black Diamond lässt sich nicht erzählen, ohne über das Leben von Peter Metcalf zu sprechen. Als Mitbegründer von BD hatte Metcalf eine Vision. Das ist seine Geschichte.
Text von Kletter-Urgestein und BD-Legende Russ Clune.

Ich lernte Peter erstmals im Dezember 1986 bei einem Treffen des American Alpine Club in Denver, Colorado, kennen. Er war Geschäftsführer von Chouinard Equipment, und seine rechte Hand, Marketingmanagerin Maria Cranor, hatte ihm vorgeschlagen, mich für das Unternehmen einzustellen. Nach einem Besuch am Hauptsitz in Ventura, Kalifornien, und weil ich mich Peter aufgrund unserer gemeinsamen Verbindung zu New York verbunden fühlte, beschloss ich, es trotz seines absurd niedrigen Gehaltsangebots zu versuchen.

Ich erkannte schnell Metcalfs unbeirrbare Entschlossenheit, die Dinge anzupacken. Die Geschäftszeiten gingen von 8 bis 17 Uhr. Metcalf war immer mindestens zwei Stunden früher im Büro und ging nur selten, bevor das kalifornische Sonnenlicht tiefster Dunkelheit gewichen war. Wochenenden waren für Peter flexibel nutzbare Ressourcen: Statt nach draußen zu gehen, holte er samstags die Arbeit nach, die unter der Woche liegen geblieben war – und manchmal auch sonntags. Trotz seines persönlichen Einsatzes für das Unternehmen nahm er es dem Rest von uns nie übel, so viel wie möglich klettern zu gehen und längere Urlaube zu machen. Das war das Lebenselixier unserer winzigen Firma, und wenn Peter selbst nicht so oft rausgehen konnte, wie er wollte, mussten wir anderen die Begeisterung mitbringen. Er wusste, worauf es wirklich ankam. Wir waren selbst unsere eigenen Kunden und zugleich die Erfinder der Ausrüstung, der wir vertrauten und die wir nutzten. Und bei seinen vielen alpinen Erfolgen hatte er selbst das genügsame Leben eines Kletterers geführt. Metcalfs Dirtbag-Mentalität verschwand nie ganz: Als Kletterer hatte er gelernt, mit fast nichts auszukommen – und diese notwendige Sparsamkeit brachte er auch ins Unternehmen ein.

Als Chouinard Equipment pleiteging und Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragte, führte Metcalf uns aus dem Schlamassel. Er erkannte schnell, dass es trotz aller Widrigkeiten nur eine Lösung gab: Wir, die Mitarbeitenden, mussten einen Neuanfang wagen. Seine Wochenarbeitszeit stieg von 60 auf über 90 Stunden, und ohne seinen eisernen Willen, seine Hartnäckigkeit, seinen unerschütterlichen Kampfgeist und seinen gelegentlichen, beinahe naiven Optimismus hätte Black Diamond Equipment niemals auch nur den Hauch einer Chance gehabt. Und Metcalf überredete uns andere nicht nur dazu, unsere Ersparnisse für dieses Unternehmen aufs Spiel zu setzen; er selbst ging aufs Ganze, setzte alles auf eine Karte und wettete mit seinem Haus gegen die Bank. Das ist Führungsstärke.

Black Diamond hat allen Widrigkeiten getrotzt und wurde erfolgreich. Als jemand, der diesen Prozess miterlebt und mitgestaltet hat, kann ich sagen, dass dies zu einem großen Teil Peter zu verdanken ist. Ihm stand ein herausragendes Team zur Seite, und sein Führungsstil der offenen Tür sorgte dafür, dass Ideen frei eingebracht werden konnten und die Mitarbeitenden sich gehört fühlten. Metcalf brachte noch eine weitere Qualität in die Unternehmensleitung ein: Er wusste, was er wusste, und noch wichtiger, er wusste, was er nicht wusste, und wollte von anderen lernen. Das Unternehmen florierte und wurde für uns, die dort arbeiteten, zu einer echten Familie.

Black Diamond setzt seine Reise in die Zukunft des Kletterns fort – nun ohne Peter am Ruder, aber nach wie vor mit einem Team großartiger, engagierter und leidenschaftlicher Menschen, die hervorragende Ausrüstung entwickeln und ihre eigenen Träume verwirklichen. Metcalf gönnt sich endlich eine Auszeit und holt die vielen Hundert Wochenenden und Urlaubstage nach, die er an seinem Schreibtisch verbracht hat – nun ist er stattdessen in den Bergen unterwegs, die er so liebt. Es wurde höchste Zeit, und ich freue mich, mit meinem ehemaligen Chef ein paar Seillängen klettern zu können.

—Russ Clune